Desone Modulare Akustik
Ingenieurgesellschaft für Schalltechnik mbH
Sonnenallee 67, D-12045 Berlin
+49.(0)30.694 45 13

Messung von Akustikwerten

Um die Leistungsfähigkeit unserer Produkte in akustischer Hinsicht eindeutig zu beschreiben werden von uns die Normschallpegeldifferenz und die Nachhallzeit angegeben. Ein weitere akustische Kenngröße ist die Nachhallzeit T.

Die Norm-Schallpegeldifferenz

Als Kenngröße für Schallschutzkabinen aller Art wird die Schallpegeldifferenz angegeben und nicht das Bauschalldämmmaß, wie es z.B. in der Bauakustik verbreitet ist. Diese Schallpegeldifferenz wird im Prinzip wie folgt bestimmt:

Im Aufstellraum, außerhalb der Schalldämmkabine, befindet sich eine Schallquelle. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Dodekaeder mit 12 Lautsprechern, der eine kugelförmige Abstrahlcharakteristik simuliert. Diese Schallquelle strahlt ein genau definiertes Signal aus - ein von einem Tongenerator elektronisch erzeugtes Rauschen. Die Stärke des im Innern der Kabine noch vorhandenen Empfangssignals wird mit einem hochempfindlichen, geeichten Messmikrofon gemessen. Ergänzend wird auch die umgekehrte Wirkrichtung, also von innen nach außen, untersucht.

Aus dem Verhältnis zwischen Ausgangssignal und Empfangssignal ergibt sich dann rechnerisch die Schallpegeldifferenz. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einfache Pegeldifferenzen im Sinne einer Subtraktion. Vielmehr unterscheidet man nach ISO 140-4 die "Standard-Schallpegel-Differenz", bezogen auf eine normierte Nachhallzeit, von der auf eine normierte Absorptionsfläche bezogenen "Norm-Schallpegel-Differenz".

Da Schallpegeldifferenzen immer frequenzabhängig sind werden diese mit Hilfe von Bezugskurven nach ISO 717-1 noch in Einzahlwerte umgerechnet und dann als "bewertet" bezeichnet. Der betrachtete Frequenzbereich erstreckt sich dabei von 100 bis 3150 Hz.

Diese "bewertete" Norm-Schallpegeldifferenz Dn,w ist die von uns angegebene Kenngröße für die Reduzierung des Luftschallpegels durch unsere Schalldämmkabinen.

Die Nachhallzeit

Zur rechnerischen Ermittlung der Schallpegeldifferenzen ist immer auch die Nachhallzeit T von Bedeutung. Sie gibt Auskunft über das frequenzabhängige Absorptionsvermögen eines Raumes. Durch Absorption wird dem Schallfeld Energie entzogen, womit sie sich auch auf die ermittelten Schallpegeldifferenzen auswirkt.

Zur Ermittlung der Nachhallzeit wird der zu prüfende Raum (bzw. die Kabine) ebenfalls mittels Dodekaeder und Rauschen beschallt. Nach dem Abschalten des Signals schwingt der angeregte Raum noch einen kurzen Moment nach - die Abklingzeit bis zu einer Reststärke des Schalldruckpegels von 60 dB wird als Nachhallzeit T bezeichnet.

Die Nachhallzeit bewegt sich in Schalldämmkabinen meist zwischen 0,1 und 0,5 s, je nach Art und Umfang der vorgesehenen Absorptionsmaßnahmen.

Die Norm-Trittschallpegeldifferenz

Trittschall entsteht nicht nur beim Begehen eines Raumes, sondern z.B. auch beim Möbelrücken, beim Herabfallen von Gegenständen oder beim Betrieb von Haushaltsgeräten. Klopfen, Bohren, Hämmern oder andere Anregungen durch Vibrationen werden als Körperschall bezeichnet.

Um den Einfluss von Tritt- bzw. Körperschall beschreiben zu können wird dieser zunächst künstlich durch ein sogenanntes Norm-Hammerwerk erzeugt. Dabei klopfen Hämmer in genau definierter Weise und Stärke auf den Raumboden - die Stärke des im Innern einer Kabine noch empfangenen Restsignals wird gemessen. Dabei wird der störende Luftschallanteil des Geräts, also sein Eigengeräusch, rechnerisch berücksichtigt.

Wie auch bei der Norm-Schallpegeldifferenz wird die Norm-Trittschallpegel-Differenz L dann rechnerisch aus den Pegeldifferenzen unter Berücksichtigung der Nachhallzeiten ermittelt.

Mikrofon-Rotator und Dodekaeder
Messmikrofon und Dodekaeder-Lautsprecher
Trittschallerzeugung mit Normhammerwerk
Trittschallerzeugung mit Normhammerwerk